Geburtsort
Alles Wichtige zur Wahl des Geburtsorts im Überblick
- Sie haben die Wahl zwischen einer Klinikgeburt, einem Geburtshaus, einem Hebammenkreißsaal und einer Hausgeburt.
- Die Geburt im Krankenhaus bietet medizinische Sicherheit, besonders bei Komplikationen und Risiken.
- Ein Geburtshaus und die Hausgeburt ermöglichen eine selbstbestimmte Geburt in persönlicher Atmosphäre.
- Der Hebammenkreißsaal verbindet individuelle Betreuung durch erfahrene Hebammen mit klinischer Sicherheit.
- Entscheidend ist, dass der Geburtsort zu Ihrer Schwangerschaft, Ihren Wünschen und Ihrem Sicherheitsbedürfnis passt.
Geburtsorte im Vergleich: Wo soll das Baby zur Welt kommen?
Nach den ersten Wochen der Schwangerschaft stellt sich für viele Eltern die Frage: Wo soll unser Kind zur Welt kommen? Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten. Neben der Geburt im Krankenhaus, wo die meisten Babys zur Welt kommen, können Sie sich für ein Geburtshaus, eine Hausgeburt oder einen Hebammenkreißsaal entscheiden.
Welcher Geburtsort der passende für Sie ist, hängt von Ihrer Schwangerschaft, Ihren persönlichen Wünschen und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab. Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Geburtsorte, damit Sie eine gut informierte Entscheidung treffen können.
Die Geburt im Krankenhaus (Klinikgeburt)
Für viele Eltern ist es beruhigend, bei der Geburt einen Arzt oder eine Ärztin im Hintergrund zu wissen. Das gibt Sicherheit für den Fall, dass während der Geburt Komplikationen auftreten. Auch bei einer Risikoschwangerschaft oder bei Mehrlingsgeburten ist die Klinik meist die erste Wahl. Geplante Kaiserschnitte werden nur in einer Klinik durchgeführt.
Vorteile der Geburt im Krankenhaus
- Ärztinnen und Ärzte sind sofort verfügbar, sollte es der Mutter oder dem Kind im Verlauf der Geburt nicht gut gehen.
- Medizinische Maßnahmen können ohne Verzögerung eingeleitet werden.
- Besonders geeignet bei erhöhtem Risiko oder Komplikationen.
Nachteile der Geburt im Krankenhaus
- Die Wahl der Hebamme und des Arztes oder der Ärztin hängt vom Dienstplan des Krankenhauses ab. Es ist daher wahrscheinlich, dass Sie die Hebamme nicht kennen.
- Finden mehrere Geburten gleichzeitig statt, kann es passieren, dass Sie sich mit anderen Frauen eine Hebamme teilen müssen und nicht durchgängig betreut werden.
Die Tipps zur Wahl der passenden Geburtsklinik helfen Ihnen, eine gute und abgewogene Entscheidung zu treffen.
Die Geburt im Geburtshaus
In einem Geburtshaus geht es in der Regel entspannter und individueller zu als in einer Klinik. Es stehen häufig ein bis zwei gemütliche Zimmer mit einer angenehmen Raumatmosphäre für Sie bereit. Auch ein Badezimmer haben Sie meist für sich allein. Im Geburtshaus wird großer Wert auf eine selbstbestimmte Geburt gelegt, die Betreuung erfolgt durch Hebammen.
Vorteile der Geburt im Geburtshaus
- Durchgehende 1:1-Betreuung durch eine Hebamme. Das heißt, die betreuende Hebamme ist während der ganzen Zeit voll und ganz für die Frau und ihre Begleitperson da.
- Persönliche, entspannte Umgebung.
- Die Mütter gehen meist wenige Stunden nach der Geburt mit Ihrem Kind nach Hause.
Nachteile der Geburt im Geburtshaus
- Im Geburtshaus ist in der Regel keine Ärztin bzw. kein Arzt anwesend.
- Sofern es zu Komplikationen kommt, müssen Sie in eine nahegelegene Klinik gefahren werden. Diese Abläufe sind allerdings so routiniert, dass Sie sich bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft keine Sorgen machen müssen.
- Sie sollten sich frühzeitig anmelden, am besten schon im 1. Trimester der Schwangerschaft.
Die Tipps zur Wahl des Geburtshauses helfen Ihnen, eine gute und abgewogene Entscheidung zu treffen.
Die Geburt im Hebammenkreißsaal
Der Hebammenkreißsaal ist eine gute Alternative, wenn Sie sich von erfahrenen Hebammen betreuen lassen möchten, ohne auf die Sicherheit einer Klinik zu verzichten. Da der Hebammenkreißsaal Teil der Geburtsklinik ist, kann bei Bedarf jederzeit ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.
Vorteile der Geburt im Hebammenkreißsaal
- Das Konzept ermöglicht eine 1:1-Betreuung. Betreut werden Sie während der Geburt ausschließlich von erfahrenen Hebammen.
- Bei Komplikationen ist ein Arzt oder eine Ärztin zur Stelle und die Mutter muss nicht verlegt werden.
- Voraussetzung ist eine normal verlaufende Schwangerschaft und kein absehbares Geburtsrisiko.
Nachteile der Geburt im Hebammenkreißsaal
- Hebammenkreißsäle werden bisher nur in ausgewählten, meist größeren Kliniken angeboten.
Die Tipps zur Wahl des Hebammenkreißsaals helfen Ihnen, eine gute und abgewogene Entscheidung zu treffen.
Die Hausgeburt
Wenn kein absehbares Geburtsrisiko besteht und Sie sich sicher fühlen, können Sie Ihr Kind auch zu Hause gebären. Voraussetzung ist, dass Sie eine erfahrene Hebamme finden, die Sie während der Schwangerschaft und bei der Hausgeburt betreut.
Vorteil der Hausgeburt
- Ein wichtiger Aspekt jeder Geburt sind Ruhe und Zuwendung. Die vertraute und entspannte Atmosphäre zu Hause bietet dafür beste Bedingungen.
- Sie genießen den Vorzug, Ihre persönliche Hebamme ganz für sich allein zu haben und können sich voll und ganz auf die Geburt konzentrieren.
Nachteile der Hausgeburt
- Eine Hausgeburt erfordert eine gute Vorbereitung im engen Kontakt mit der Hebamme. Auch auf die Hygieneverhältnisse ist zu achten.
- Sie sollten außerdem bedenken, dass die Hebamme bei der Hausgeburt nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Vermeidung von Schmerzen hat.
- Im Falle von Komplikationen müssen Sie in die Klinik fahren. Für solche Fälle sollten Sie vorsorglich eine Kliniktasche packen.
Die Tipps für eine Entscheidung über die Hausgeburt helfen Ihnen, eine gute und abgewogene Wahl zu treffen.
Welcher Geburtsort passt zu mir?
Eine Entscheidung über den passenden Geburtsort hängt von vielen Fragen ab, wie zum Beispiel:
- Verläuft die Schwangerschaft ohne Risiken?
- Wie wichtig ist Ihnen die medizinische Sicherheit unter der Geburt?
- Wie wichtig ist Ihnen eine persönliche 1:1-Betreuung?
- Fühlen Sie sich in der Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause am besten aufgehoben?
Da eine Geburt ein einmaliges Erlebnis mit sehr intimen und privaten Momenten ist, ist es ratsam, die Entscheidung gemeinsam als Paar gut abzuwägen.
Wichtig ist auch, dass Sie Ihre Wünsche frühzeitig mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt und mit Ihrer Hebamme besprechen.
Wenn für Sie eine Alternative zur Geburtsklinik in Betracht kommt, sollten Sie sich frühzeitig informieren. Orte außerhalb des Krankenhauses erfordern oft eine zeitige Anmeldung, da die Plätze begrenzt sind.
Kann ich die Wahl des Geburtsortes später noch ändern?
Ihre Entscheidung muss nicht endgültig sein. Gerade, wenn Sie sich frühzeitig festlegen, um zum Beispiel einen Platz in einem Geburtshaus zu sichern, kann es Gründe geben, die eine andere Wahl erforderlich machen. Dies kann der Fall sein, wenn sich der Verlauf der Schwangerschaft ändert und aus medizinischen Gründen eine Klinikgeburt empfehlenswerter ist. Die Sicherheit von Mutter und Kind hat immer oberste Priorität. Und selbst am Tag der Geburt kann sich der Geburtsort noch ändern, wenn es erforderlich ist.
Gibt es Unterschiede bei den Kosten zwischen Klinik, Geburtshaus und Hebammenkreißsaal?
Für gesetzlich Krankenversicherte gilt: Die Kosten für die medizinische Betreuung der Geburt wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – unabhängig davon, ob die Geburt in einer Klinik, einem Geburtshaus oder zuhause stattfindet. Voraussetzung dafür ist, dass die Geburt von einer zugelassenen Hebamme oder in einer zugelassenen Einrichtung begleitet wird.
Je nach Wahl des Geburtsortes können jedoch zusätzliche Kosten oder Eigenanteile anfallen. Zum Beispiel Raumnutzungs- oder Betreuungspauschalen im Geburtshaus, zusätzliche Leistungen im Krankenhaus oder besondere Hygienematerialien bei der Hausgeburt. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei dem gewünschten Geburtsort über eventuell anfallende Kosten.
Wer privat krankenversichert ist, sollte mit der Krankenkasse klären, welche Leistungen rund um die Geburt vom Tarif des eigenen Versicherungsvertrages abgedeckt sind und welche Kosten oder Zusatzleistungen erstattet werden oder selbst übernommen werden müssen.
Wo gibt es Hilfe und Beratung?
Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt ist meist die erste Ansprechperson, um eine Einschätzung zum Schwangerschaftsverlauf und möglichen Risiken abzuklären. Das hilft bei der wichtigen Frage, welche Geburtsorte grundsätzlich in Frage kommen.
Hebammen sind oft bereits während der Schwangerschaft wichtige Begleitpersonen. Sie beraten praxisnah und aus Erfahrung zu allen Fragen rund um den passenden Geburtsort.
Kliniken, Geburtshäuser und Hebammen bieten oftmals Infoabende und Kreißsaalführungen sowie Beratungsgespräche an. Bei diesen Angeboten können Eltern Betreuungskonzepte, Ausstattung und Atmosphäre kennenlernen.