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Betreuungskosten steuerlich absetzen

Kinderbetreuung und Steuern – Das sollten Sie wissen

Kinderbetreuungskosten zählen zu den Sonderausgaben

Die Betreuungskosten für Ihr Kind können sich im Laufe des Jahres zu einem stattlichen Betrag summieren. Einen Teil der Kosten für Kita, Tagesmutter oder -vater, Au-pair oder andere Betreuungspersonen können sich Eltern im Rahmen der Steuererklärung zurückholen. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen auf einen Blick. 

Welche Kinderbetreuungskosten kann ich absetzen?

Für jedes Kind können Kosten bis zu 6.000 Euro in der Jahressteuererklärung angesetzt werden. Zwei Drittel davon, also bis zu 4.000 Euro, werden als Sonderausgaben vom Finanzamt akzeptiert.

Folgende Aufwendungen für die Kinderbetreuung können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben:

  • Elternbeiträge für die Betreuung Ihres Kindes in einer Kindertagesstätte, im Kinderhort, in der Kinderkrippe, auch für einen bilingualen Kindergarten
  • Elternbeiträge für die Betreuung Ihres Kindes bei einer Kindertagespflegeperson
  • Kosten für die Beschäftigung von Kinderpfleger*innen, Erzieherinnen und Erziehern oder Kinderkrankenpfleger*innen
  • Kosten für die Beschäftigung von Hilfen im Haushalt, wenn sie Ihr Kind betreuen (z.B. Babysitter oder Au-pair)
  • Kosten für die Beaufsichtigung Ihres Kindes bei der Erledigung der Hausaufgaben
  • Fahrtkosten, wenn die Großeltern das Enkelkind unentgeltlich betreuen und nicht im selben Haushalt leben

 

Nicht anerkannt werden vom Finanzamt Aufwendungen, die nicht direkt der Betreuung zuzuordnen sind. Dazu gehören:

  • Klassenfahrten oder Ferienlager
  • Kosten für den Sportverein oder sonstige Freizeitaktivitäten
  • Musik- und Kunstunterricht oder die Vermittlung sonstiger besonderer Fähigkeiten
  • Verpflegung Ihres Kindes
  • Nachhilfe 

 

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Damit Sie die Kinderbetreuungskosten steuerlich ansetzen können, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Ihr betreutes Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn Ihr Kind behindert ist und sich nicht allein versorgen kann.
  • Es muss sich um Ihr eigenes Kind oder ein Pflegekind handeln. Für Stiefkinder und Enkelkinder sind keine Abzüge möglich.
  • Das Kind lebt dauerhaft in Ihrem Haushalt und wird von Ihnen versorgt. 
  • Sind Sie getrennt oder geschieden, kommt es darauf an, wo Ihr Kind gemeldet ist.

 

Welche Nachweise muss ich dem Finanzamt vorlegen?

Dem Finanzamt müssen als Belege über die Kinderbetreuungskosten Rechnungen, Quittungen oder Gebührenbescheide vorgelegt werden. Zahlen Sie immer per Überweisung. Barzahlungen und Scheckzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Wenn Ihr Kind in die Kita oder einen Hort geht, reicht dem Finanzamt der Bescheid der Einrichtung und auf Nachfrage der Überweisungsbeleg oder Kontoauszug. 

Für Haushaltshilfen im Rahmen von Minijobs oder eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses sind dem Finanzamt auf Nachfrage Arbeitsverträge vorzulegen.

Ist das Au-pair sowohl für die Kinderbetreuung als auch für haushaltsnahe Dienstleistungen eingesetzt, müssen die Aufwendungen anteilig aufgestellt werden. Ist im Arbeitsvertrag kein Zeitanteil festgelegt, können die Hälfte der Kosten der Kinderbetreuung und die andere Hälfte den haushaltsnahen Dienstleistungen zugerechnet werden. 

Wichtiger Hinweis: Kosten für die Mittagsverpflegung oder sonstige zusätzliche Kosten können Sie steuerlich nicht geltend machen. Achten Sie daher darauf, dass in der Rechnung die Betreuungskosten als eigene Position ausgewiesen wird. 



 

Werden steuerfreie Erstattungen des Arbeitgebers verrechnet?

Ja. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen einen steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschuss zur Betreuung Ihrer Kinder gewährt, müssen Sie diesen Betrag in Ihrer Steuererklärung angeben. Die Erstattung mindert die abzugsfähigen Kinderbetreuungskosten. 


 

Wo trage ich die Betreuungskosten in der Steuererklärung ein?

Die Betreuungskosten können Sie in der Anlage Kind unter Sonderausgaben eintragen. Für jedes Kind müssen Sie Ihrer Steuererklärung eine eigene Anlage beifügen.


 

Wie können Paare die Betreuungskosten aufteilen?

Die Grenze von 4.000 Euro pro Jahr und Kind gilt für beide Elternteile gemeinsam. 

Verheiratete Paare, die ihre Steuern getrennt voneinander abgeben, können die Kosten bis zum Höchstbetrag jeweils zur Hälfte nutzen. Es ist auch möglich, einvernehmlich eine andere Aufteilung mit der Steuererklärung zu beantragen. 

Bei getrennten Paaren, unverheirateten Eltern und Patchworkfamilien kann der Elternteil die Kosten absetzen, der sie gezahlt hat und in dessen Haushalt das Kind lebt.